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Massiver Barbell aus Roségold und Ring aus Gelbgold auf elfenbeinfarbener Seide neben einer Juwelierlupe.
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Gold 750 oder 585: Welche Legierung für Körperschmuck?

Für Körperschmuck eignen sich massive Legierungen mit 585 oder 750 Tausendteilen Gold, nickel- und cadmiumfrei legiert; 999er Feingold ist zu weich, 375er zu reich an unedlen Metallen, Vergoldung scheidet aus. Ein Barbell aus 750 Gold wiegt etwa 1,4 Gramm und enthält bei rund 121 Euro je Gramm Feingold (23.09.2026) Gold im Wert von etwa 128 Euro.

Die Antwort: 585 oder 750, massiv und nickelfrei

Für Körperschmuck eignen sich massive Goldlegierungen mit 585 oder 750 Tausendteilen, nickel- und cadmiumfrei legiert; Feingold 999 ist zu weich, 375 und 333 enthalten zu viel unedles Metall, und Vergoldung scheidet aus. Das entspricht dem Standard der Association of Professional Piercers, die Gold ab 14 Karat zulässt und Legierungen über 18 Karat als zu weich einstuft.

Der Grund ist die Härte. Feingold erreicht nur etwa 25 Vickers, Gelbgold 750 je nach Beimetallen etwa 120 bis 160 Vickers, 585 etwa 130 bis 180 Vickers. Ein Gewinde in 999er Gold leiert nach wenigen Wechseln aus, eine Kugel verkratzt schon am Handtuch.

750 bietet den höheren Goldanteil und die wärmere Farbe, 585 die größere Härte und den niedrigeren Preis. Beide sind für ausgeheilte Piercings und für Körperketten eine gute Wahl; für frische Piercings bleibt Titan Grade 23 nach ASTM F136 die sicherere Empfehlung, weil es kein Beimetall enthält.

Feingehalte im Vergleich: 999, 916, 750, 585, 375, 333

Der Feingehalt nennt den Goldanteil in Tausendteilen: 999 entspricht 99,9 Prozent Gold (24 Karat), 916 entspricht 91,6 Prozent (22 Karat), 750 entspricht 75 Prozent (18 Karat), 585 entspricht 58,5 Prozent (14 Karat), 375 entspricht 37,5 Prozent (9 Karat) und 333 entspricht 33,3 Prozent (8 Karat). Rechnerisch wären 14 Karat 583 Tausendteile; die Branche legiert nach Angaben des World Gold Council in Europa auf 585 auf.

Mit dem Goldanteil sinkt die Dichte: Reines Gold wiegt 19,3 Gramm je Kubikzentimeter, 750er Gelbgold etwa 15,5, 585er etwa 13,6 und 375er etwa 11,2.

In Deutschland ist 333 die verbreitete Einstiegsklasse für Ketten, 585 der Standard und 750 die Klasse für hochwertigen Schmuck. Für Piercings kommen nur 585 und 750 infrage: Bei 375 und 333 machen unedle Metalle 62,5 bis 66,7 Prozent der Legierung aus, die im feuchten Stichkanal anlaufen und Kupfer- oder Zinkionen abgeben können.

Goldlegierungen für Körperschmuck: Feingehalt, Karat, Goldanteil und Eignung
FeingehaltKaratGoldanteilEignung
99924 Karat99,9 Prozentungeeignet: etwa 25 Vickers, Gewinde leiern aus, verkratzt sofort
91622 Karat91,6 Prozentbedingt: weich, im Körperschmuck selten
75018 Karat75 Prozentsehr gut: hoher Goldanteil, nickelfrei legiert, Standard für hochwertigen Körperschmuck
58514 Karat58,5 Prozentgut: härter und günstiger, Untergrenze der Association of Professional Piercers
3759 Karat37,5 Prozentungeeignet für Piercings: 62,5 Prozent unedle Metalle, läuft an, kann reizen
3338 Karat33,3 Prozentungeeignet: allenfalls für Ketten auf der Haut, nie im Stichkanal
vergoldetkeine AngabeSchicht 0,175 bis 2,5 Mikrometerungeeignet: Schicht reibt an Gewinde und Kugel durch, Kern liegt frei

Gelb, Rosé, Weiß: Was die Beimetalle bewirken

Die Farbe entsteht durch die 25 bis 41,5 Prozent Beimetalle. Klassisches Gelbgold 750 besteht aus 75 Prozent Gold und je etwa 12,5 Prozent Silber und Kupfer. Roségold 750 erhöht den Kupferanteil auf 20 bis 22,5 Prozent und senkt Silber auf 2,5 bis 5 Prozent; Rotgold geht mit bis zu 25 Prozent Kupfer noch weiter. Der World Gold Council beschreibt den Kupferanteil als Ursache des rosigen Tons.

Weißgold gibt es in zwei Familien. Die nickelhaltige enthält nach dem Bundesinstitut für Risikobewertung 10 bis 13 Prozent Nickel und ist für Körperschmuck ungeeignet; die REACH-Verordnung begrenzt die Nickelabgabe von Piercingsteckern auf 0,2 Mikrogramm je Quadratzentimeter und Woche. Die palladiumhaltige Familie ersetzt Nickel durch 10 bis 15 Prozent Palladium und ist hautverträglich, aber teurer.

Fast jedes Weißgold wird zusätzlich mit 0,1 bis 0,5 Mikrometern Rhodium überzogen, damit es heller glänzt. Diese Schicht reibt am Gewinde binnen 1 bis 3 Jahren durch; darunter erscheint das leicht gelbliche Palladium-Weißgold, das für die Haut unproblematisch bleibt.

Warum Vergoldung für Körperschmuck ausscheidet

Vergoldung ist eine Schicht aus Feingold auf einem unedlen Kern, meist Messing oder Stahl. Die US-Handelsbehörde FTC lässt die Bezeichnung „Gold Plate“ ab 0,175 Mikrometern Schichtdicke zu, „Heavy Gold Electroplate“ und „Vermeil“ ab 2,5 Mikrometern; in Deutschland gibt es keine gesetzliche Mindestdicke.

Am Gewinde, an der Kugelauflage und im Stichkanal reibt eine solche Schicht in Wochen bis Monaten durch, dann liegt der Kern frei. Bei Messing sind das Kupfer und Zink, bei vernickeltem Stahl Nickel. Die REACH-Verordnung verlangt zwar, dass Beschichtungen die Nickelgrenze 2 Jahre lang halten, doch der Stichkanal mit Feuchtigkeit und Bewegung ist der härteste Prüfstand.

Die Association of Professional Piercers schließt vergoldeten, goldgefüllten und Vermeil-Schmuck für frische Piercings deshalb aus. Nach § 8 des Feingehaltsgesetzes darf auf Waren, die mit anderem Metall ausgefüllt sind, kein Feingehalt stehen; ein Stempel „585“ auf vergoldetem Schmuck wäre unzulässig. „18 Karat vergoldet“ beschreibt nur die Farbe der Schicht, nicht den Wert des Stücks.

Punzierung nach dem Feingehaltsgesetz

Das Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren stammt vom 16. Juli 1884 und gilt bis heute. Nach § 1 dürfen Gold- und Silberwaren in jedem Feingehalt angefertigt werden; nach § 2 darf der Feingehalt auf goldenen Geräten nur mit 585 oder mehr Tausendteilen angegeben werden, mit einer Toleranz von 5 Tausendteilen. Für Schmucksachen erlaubt § 5 jeden Feingehalt in Tausendteilen mit einer Fehlergrenze von 10 Tausendteilen.

Eine Stempelpflicht gibt es nicht. Wer aber stempelt, haftet nach § 7 für die Richtigkeit, beim Inlandsstempel auch der Inhaber des Geschäfts. Das Stempelzeichen nach § 3 mit Tausendteilen und Firma ist Geräten vorbehalten; auf Schmucksachen darf es nach § 5 nicht angebracht werden, dort steht die Tausendteil-Zahl allein.

Auf einem Barbell sitzt die Punze meist auf der Kugel oder einer Scheibe, mit Schriftzeichen von 0,5 bis 1 Millimeter Höhe; eine Lupe mit 10-facher Vergrößerung macht sie lesbar. Achten Sie auf die Tausendteil-Zahl, nicht auf Karat-Angaben wie „18K“, die im deutschen Gesetz nicht vorkommen.

Goldpreis und Gewicht: Was ein Barbell wirklich kostet

Am 23. September 2026 lag der LBMA Gold Price PM bei 3.757,89 Euro je Feinunze (31,1035 Gramm), also bei rund 121 Euro je Gramm Feingold.

Ein Barbell mit 1,6 Millimetern Stärke, 12 Millimetern Länge und zwei Kugeln von 4 Millimetern hat ein Volumen von etwa 0,09 Kubikzentimetern. In 750er Gold wiegt er rund 1,4 Gramm und enthält 1,06 Gramm Feingold im Wert von etwa 128 Euro; in 585er Gold wiegt er 1,24 Gramm mit 0,73 Gramm Feingold für etwa 88 Euro. Ein Ring mit 10 Millimetern Innendurchmesser liegt bei 1,0 bis 1,5 Gramm, ein Titan-Barbell gleicher Größe bei 0,4 Gramm.

Üblich im Fachhandel sind 120 bis 500 Euro für einen 585er und 200 bis 900 Euro für einen 750er Barbell ohne Steine. Die Differenz zum Materialwert bezahlt Innengewinde, Handpolitur, Prüfung und Marge. Ein Preis deutlich unter dem Goldwert ist kein Schnäppchen, sondern ein Hinweis auf Vergoldung oder einen niedrigeren Feingehalt.

Häufige Fragen

Ist 750 Gold für Piercings besser als 585?

750 hat mit 75 Prozent den höheren Goldanteil und die wärmere Farbe, 585 ist mit etwa 130 bis 180 Vickers härter und günstiger. Beide taugen für ausgeheilte Piercings, wenn sie nickel- und cadmiumfrei legiert sind.

Kann ich Weißgold bei Nickelallergie tragen?

Nur Weißgold auf Palladiumbasis mit 10 bis 15 Prozent Palladium. Nickelhaltiges Weißgold enthält nach dem Bundesinstitut für Risikobewertung 10 bis 13 Prozent Nickel; fragen Sie nach der Legierung und nach der Rhodinierung, die sich binnen 1 bis 3 Jahren abnutzt.

Woran erkenne ich, ob Gold echt ist?

An der Punze in Tausendteilen (585 oder 750) und an der Rechnung, für deren Richtigkeit der Verkäufer nach § 7 Feingehaltsgesetz haftet. Ein Preis deutlich unter dem Materialwert von rund 121 Euro je Gramm Feingold ist ein Warnsignal.

Wie viel Gold steckt in einem Barbell?

Ein 750er Barbell mit 1,6 Millimetern Stärke, 12 Millimetern Länge und 4-Millimeter-Kugeln wiegt rund 1,4 Gramm und enthält 1,06 Gramm Feingold, in 585 sind es 1,24 Gramm mit 0,73 Gramm Feingold.

Warum ist vergoldeter Schmuck für Piercings ungeeignet?

Die Goldschicht von 0,175 bis 2,5 Mikrometern reibt am Gewinde und im Stichkanal in Wochen bis Monaten durch, dann liegt Messing oder vernickelter Stahl frei. Die Association of Professional Piercers schließt vergoldeten Schmuck für frische Piercings deshalb aus.

Läuft 585 Gold an?

Leicht, weil 41,5 Prozent der Legierung aus Silber, Kupfer oder Zink bestehen, die auf Schwefel und Schweiß reagieren. Ein Poliertuch stellt den Glanz her; 750 mit nur 25 Prozent Beimetallen läuft langsamer an.

Quellen

  1. Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
  2. Gold Jewellery: Colour, Carat and Purity, World Gold Council
  3. LBMA Gold Price PM, Tageswerte in USD, GBP und EUR je Feinunze, London Bullion Market Association
  4. Gold: Element Data (Dichte 19,3 g/cm³, Schmelzpunkt 1064 °C), Royal Society of Chemistry
  5. Piercing kann zur Sensibilisierung gegenüber Nickel führen, Stellungnahme Nr. 046/2008, Bundesinstitut für Risikobewertung
  6. Jewelry for Initial Piercings, Association of Professional Piercers
  7. Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH), Anhang XVII, Eintrag 27 Nickel, Europäische Union, Fassung auf legislation.gov.uk
  8. 16 CFR §§ 23.3 und 23.4 Jewelry Guides: gold plate, gold filled, vermeil (Schichtdicken 0,175 und 2,5 Mikrometer), Federal Trade Commission, veröffentlicht vom U.S. Government Publishing Office
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